Erniedrigende Vorstellungsgespräche

Leider immer noch der Alltag

Führungskräfte legen nach wie vor großen Wert auf Vorstellungsgespräche. Aber akademische Beweise deuten darauf hin, dass sie ein recht
fehlerhaftes Mittel sind, um herauszufinden, wie ein potenzieller Mitarbeiter in Zukunft arbeiten könnte, so der Gastprofessor der Cass
Business School Stefan Stern in einem kürzlich erschienenen Artikel für „The Conversation“.

Fehler im System
Personalbeschaffer sind von Natur aus anfällig für Vorurteile und Verzerrungen; oft werden sie von Bewerbern angezogen, die sie an ihr
jüngeres Selbst erinnern. Unstrukturierte Vorstellungsgespräche bieten die Gelegenheit, nützliche Informationen zu bekommen. Leider bieten sie jedoch keine Garantie dafür. In strukturierten Gesprächen können extrovertierte Personen einen guten Eindruck hinterlassen und den Personalchef durchaus überzeugen - und dennoch nach der Einstellung den Aufgaben der neuen Stelle nicht gewachsen ist.
Introvertierte Menschen verkaufen sich dagegen unter Umständen schlecht und halten ihre wahren Fähigkeiten und Potenziale verborgen.

Potentiale erkennen!
Die Rolle des Interviewers sollte darin bestehen, das Potenzial eines Kandidaten zu bewerten, da es selten vorkommt, dass ein Kandidat den Anforderungen der neuen Aufgabe gerecht wird. Es kann manchmal Wochen dauern, bis selbst die besten
Neueinsteiger in einem neuen Arbeitsumfeld ihr volles Potenzial entfalten können. Darüber hinaus sind es gerade Unternehmen, die behaupten, die besten, stärksten und widerstandsfähigsten Mitarbeiter zu bevorzugen, die dies oft als Deckmantel für ein professionelles Umfeld oder eine Kultur nutzen, in der diese Menschen schlecht behandelt werden. Dies ist weder eine Formel zur Bindung von Qualitätspersonal noch ein Weg zur Steigerung der Produktivität.

Die Art der Beziehung zwischen Chef und Mitarbeiter bedeutet, dass jede Interaktion - selbst während des Vorstellungsgesprächs - schief
gehen kann - das bringt schon die Arbeitsplatzhierarchie mit sich. Die Arbeit kann jedoch schwierig genug sein, ohne Angst davor, gemobbt oder eingeschüchtert zu werden - Sachverhalte, die an Arbeitsplätzen noch viel zu verbreitet sind.

Informationen fließen in beide Richtungen
„Personalbeschaffer sollten sich daran erinnern, dass sie nicht die einzigen sind, die während eines Vorstellungsgesprächs Bewertungen vornehmen. Wie bei jedem  Gespräch fließen Informationen in beide Richtungen, und Bewerber sind mehr denn je in der Lage, sich gegen das zu wehren, was sie als ungerecht empfinden“ , so Professor Stern. Er spielt damit auf die Geschichte einer jungen Engländerin an. Ihr waren aufdringliche Fragen über das Verhältnis ihrer Eltern gestellt worden. Sie behauptet, dass sie als eine „Under-Achieverin“ bezeichnet wurde - obwohl sie einen erstklassigen Abschluss hat und erst 22 Jahre alt ist. Als sie den Raum betrat, wäre der Personalchef  gerade dabei gewesen, ihre Spotify-Playlists zu studieren und kommentierte anschließend ihren
Musikgeschmack.

 

Anmeldung

Kontakt

Geschäftsführer Michael Zwisler
Sekretariat Sabine Firley
Sekretariat Beate Meyer

Gebäudereiniger-Innung
Südbayern und  Stadtkreis Regensburg
Dessauerstraße 7
80992 München

Telefon: 089/14303876
Telefax: 089/14303956
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!