Dienstleistungsbranche

Gebäudereiniger-Handwerk mit Mehrwert

 

Das Leistungsspektrum des Gebäudereiniger-Handwerks geht heute weit über das oftmals noch in der Öffentlichkeit vorhandene Klischee von Putzkolonnen hinaus. Nach offizieller statistischer Definition wird die Branche als „Reinigung von Gebäuden, Inventar und Verkehrsmitteln“ abgegrenzt. Dabei zählt dieser Wirtschaftszweig zum Bereich „Dienstleistungen für Unternehmen“. Neben der Reinigung von Gebäuden aller Art – wie etwa Bürogebäuden, Krankenhäusern, Flughäfen, Fabriken und auch Wohngebäuden – sind die Unternehmen des Gebäudereiniger-Handwerks heute schon weit in den Bereich des Gebäude- und Facility Managements vorgestoßen. Betriebe mittlerer Größe legen den Angebotsschwerpunkt dabei häufig auf das infrastrukturelle Gebäudemanagement.
Dessen weit diversifizierter Leistungskatalog umfasst etwa Pförtner- und Hausmeisterleistungen, Catering, hausinternen Lieferservice, Winterdienst, Grünflächenunterhaltung, Wach- und Sicherheitsdienste. Ein nicht geringer Teil der Unternehmen dieser Branche bietet seinen Kunden inzwischen darüber hinaus sämtliche Dienstleistungen rund um Immobilien in Form des umfassenden Facility Managements. Eindrucksvoll unterstrichen wird diese Entwicklung durch einen Blick auf den Facility-Management-Marktes in Deutschland: 50 Prozent der Betriebe in den Top 10 der Anbieter haben ihren Ursprung im Gebäudereiniger-Handwerk und zählen heute zu den größten Unternehmen in diesem anspruchsvollen und wichtigen Zukunftsmarkt. Mit dieser strategischen Erweiterung der Wertschöpfungskette reagieren die Gebäudereiniger auf eine Reihe von neuen Anpassungslasten und
Herausforderungen:
• Der ursprüngliche Reinigungsmarkt ist in wichtigen Segmenten schon weit an seine Grenzen gestoßen. Bei gewerblichen Großkunden sind bereits über 90 Prozent der Fenster- und Glasreinigung an Gebäudereinigungsbetriebe ausgelagert. Obwohl die Marktdurchdringung in Deutschland höher ist als im europäischen Durchschnitt, zeigt gleichwohl eine Reihe von Ländern, dass der Anteil am entsprechenden Marktvolumen noch gesteigert werden kann. Der Sektor gewerblicher Kunden ist gleichzeitig
prädestiniert für das Facility-Management-Angebot der Branche.
• Die Arbeitszeit der Gebäudereiniger liegt in den meisten Fällen außerhalb der üblichen Geschäfts- und Bürozeiten der Kunden: In Deutschland erfolgen 50 Prozent der Reinigungsdienstleistungen am Abend, 5 Prozent in der Nacht und 30 Prozent am Morgen. Nur 15 Prozent des Reinigungsservice werden tagsüber geleistet. Damit ist die Polarisierung der Aktivitätszeiten in Deutschland sogar etwas stärker als im europäischen Durchschnitt, wo nur 41 Prozent der Reinigungsarbeiten am Abend, 28 Prozent am Morgen, 7 Prozent nachts, aber fast ein Viertel tagsüber erbracht werden. Diese Arbeitszeiten verlangen den Beschäftigten ein hohes Maß an Flexibilität ab und stellen an das Firmenmanagement hohe Planungs- und Organisationsanforderungen.

Gebäudereiniger-Handwerk:
Integrativ und effizient
Das Wirtschaftsleben in allen Ländern unterliegt permanenten Veränderungen, die mit teils großen Anpassungsaufgaben für Unternehmen und Arbeitnehmer verbunden sein können. Vor allem der technische Fortschritt löst einen beständigen Wandel bei der Zusammensetzung der Branchen in einer Volkswirtschaft und hinsichtlich der erforderlichen Qualifikationen aus. Manche Wirtschaftsbereiche, wie etwa die Textil- und Bekleidungsindustrie, verlieren auch unter dem internationalen Wettbewerbsdruck stark an Gewicht innerhalb des gesamtwirtschaftlichen Branchengefüges. Andere Branchen, wie etwa die unternehmensnahen Dienstleistungen, gewinnen dagegen absolut und relativ an Bedeutung. Fast überall zeigt sich eine bestimmte Ausprägung des technischen Fortschritts: Sachkapital und Humankapital, also immer besser qualifizierte Arbeitnehmer, ersetzen zunehmend weniger oder kaum qualifizierte Arbeitskräfte. Dieser so genannte einfacharbeitssparende technische Fortschritt geht zunächst mit der Freisetzung von gering qualifizierten Mitarbeitern einher. Letztlich bestimmen aber die institutionellen Rahmenbedingungen in den jeweiligen Volkswirtschaften darüber, ob in einem ausreichenden Maße neue Arbeitsplätze für die im Gefolge des Strukturwandels freigesetzten Arbeitnehmer an anderer Stelle entstehen. Die Re-Integration in den Arbeitsmarkt kann über zwei Wege erfolgen: zum einen über die Qualifizierung der Arbeitslosen für neue Tätigkeiten. Zum anderen über neue Arbeitsplätze für Geringqualifizierte im so genannten Niedriglohnsektor, und zwar dann, wenn zum Beispiel Qualifizierungsmaßnahmen nicht greifen. Deutschland hat jedenfalls bei der Beschäftigung weniger gut qualifizierter Arbeitskräfte insgesamt keine gute Bilanz aufzuweisen. Untersuchungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigen:
Je niedriger die formale Qualifikation, desto schlechter ist die Position auf dem Arbeitsmarkt. Geringqualifizierte tragen hierzulande seit Dekaden das mit Abstand höchste Arbeitslosigkeitsrisiko:
Das Gebäudereiniger-Handwerk gehört hingegen in allen Ländern zu den Wirtschaftsbereichen, die auch für weniger qualifizierte und weniger qualifizierbare Arbeitskräfte einen wachsenden Arbeitsmarkt bieten. Die hohe Beschäftigungsdynamik in diesem Sektor im Vergleich zur Gesamtwirtschaft zeigt die hohe Integrationsfunktion der Gebäudereinigungsunternehmen für Menschen mit einem geringeren Berufsausbildungsstatus. Während auf gesamtwirtschaftlicher Ebene 12 Prozent der Erwerbstätigen keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, sind es nach Angaben des IAB im Bereich der Reinigungsberufe, zu denen in diesem Fall auch die Textilreinigung zählt, insgesamt 37 Prozent der Beschäftigten. Für viele ausländische Mitbürger, die in überdurchschnittlichem Maß keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen, sind die Unternehmen des Gebäudereiniger-Handwerks ein wichtiges Tor zum Arbeitsmarkt. Daneben bietet die Branche auch ein weites Betätigungsfeld für Arbeitnehmer, die nur einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen können.

Die Effizienzfunktion der Branche
Der gesamte Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen hat eine wichtige Unterstützungsfunktion für alle anderen Wirtschaftsbereiche. Dienstleistungen spielen in allen Wirtschaftsbereichen heute eine erheblich größere Rolle.
Zudem wären viele Güter ohne einen Kranz an produktbegleitenden Dienstleistungen überhaupt nicht mehr denkbar. Das Outsourcing von vormals selbst erstellten Dienstleistungen an professionelle Spezialunternehmen erfüllt eine Vielzahl von Funktionen:
• Fachunternehmen können in der Regel eine Leistung, auf die sie sich spezialisiert haben, in einer besseren Qualität erbringen als Unternehmen, die dies „mal eben so nebenher“ machen müssen.
• Das leistungsspezifische Know-how – zum Beispiel über Reinigungsmittel und -techniken, aber auch über Umweltauflagen und ähnliche wichtige Rahmenbedingungen – ist als Kernkompetenz bei einem Fachunternehmen schlicht besser.
• Die Spezialunternehmen können aufgrund ihrer Produktions- und auch Größenvorteile („economies of scale“) die Leistungen kostengünstiger erbringen.
• Den Kunden hilft die Auslagerung, ihre Fixkosten zu senken und ihr Unternehmen zu flexibilisieren.
• Auch Kapazitätsengpässe, die bei der Eigenleistung von unternehmensnahen Diensten auftreten können, etwa wenn das entsprechende Personal krank ist, können Firmen, die diese Leistungen an Spezialisten auslagern, vermindern.
• Damit trägt das Outsourcing auch zu einer Risikominimierung im Unternehmen bei. Bestimmte Risiken, die mit der Selbsterbringung von Diensten einhergehen, können auf die
Vertragspartner abgewälzt werden. Die Unternehmen des Gebäudereiniger-Handwerks erfüllen eine Vielzahl dieser Funktionen. Sie tragen dazu bei, dass Kunden qualitativ bessere und günstigere Vorleistungen in Anspruch nehmen können. Damit können sich die Auftraggeber des Gebäudereiniger-Handwerks auf ihr eigenes Kerngeschäft konzentrieren, und sie werden dadurch effizienter und wettbewerbsfähiger.
Die vielen kleinen, mittelgroßen und großen Unternehmen des Gebäudereiniger-Handwerks sichern damit den gesamtwirtschaftlichen Wohlstand, der in Deutschland nach wie vor zu einem Großteil durch die exportorientierten Industrie- und Dienstleistungsunternehmen  erwirtschaftet wird.

 

Kernaussagen auf einem Blick

• Das Leistungsspektrum der Gebäudereiniger geht heute weit über einfache Reinigungsarbeiten hinaus und reicht bis zum umfassenden Facility Management. Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Schwäche in Deutschland und den wettbewerblich eher schwierigen Rahmenbedingungen bei den klassischen Reinigungsdienstleistungen erschließt sich die Branche neue Tätigkeitsfelder.

• Mit ihren rund 700.000 Beschäftigten bilden die Gebäudereiniger das beschäftigungsstärkste Handwerk in Deutschland.

• Der Umsatz des Gebäudereiniger-Handwerks ist heute mit über 17,9 Milliarden Euro mehr als dreimal so hoch wie Anfang der neunziger Jahre. Weit mehr als die Hälfte davon entfällt auf die Reinigung von Verwaltungsgebäuden, ein weiteres Viertel auf die Reinigung von Liegenschaften in Industrie, Gesundheitswesen und Freizeiteinrichtungen.

• Die Branche ist stark geprägt von kleinen Firmen, die lediglich 15 Prozent des Branchenumsatzes realisieren. Fast die Hälfte des Umsatzes wird in 2 Prozent der Betriebe erwirtschaftet. Diese Kombination von kleinen und großen Betrieben ermöglicht eine sehr hohe Flexibilität der Branche.

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Kontakt

Geschäftsführer Michael Zwisler
Sekretariat Sabine Firley
Sekretariat Beate Meyer

Gebäudereiniger-Innung
Südbayern und  Stadtkreis Regensburg
Dessauerstraße 7
80992 München

Telefon: 089/14303876
Telefax: 089/14303956
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